Belle‑Époque‑Villen

Belle-Époque

Villen

Belle-Époque-Villen

Die Weltausstellungen, die 1855, 1878, 1889 und 1900 in Paris stattfanden, waren eine Quelle der Inspiration für Architekten. Bei diesen internationalen Veranstaltungen präsentierte jedes Land die Exzellenz seines Know-hows in den Bereichen Handel, Industrie und Schöne Künste.

Die Industrialisierung der Produktionsmittel ermöglichte die Verwendung neuer Materialien wie Baukeramik zur Verzierung der Fassaden bürgerlicher Häuser.

Zwischen 1880 und 1930 in Mode, wurde Keramik, die von Architekten verwendet wurde, um der Monochromie der Fassaden entgegenzuwirken, zu einem dekorativen Element, um das Eigenheim zu personalisieren und die eigene soziale Schicht zur Schau zu stellen.

Erwähnenswert sind zwei der wichtigsten Fabriken für Baukeramik, die Fabrik Brault und Gilardoni sowie die Fabrik Hippolyte Boulenger et Compagnie in Choisy-le-Roi (Val-de-Marne), deren Verzierungen an den Fassaden des Badeviertels Mers-les-Bains zu finden sind.

 

 

Die tiefen, aber von der Fassade her schmalen Grundstücke vor dem Gebäude ergeben eine hohe Bauweise, eine Vielfalt von Stilen, Doppel- oder Dreifachvillen, die vom gleichen Architekten entworfen wurden.

Eine Fülle von Stilen – klassizistisch, neoklassizistisch in den ersten Wohnsiedlungen an der Steilküste, dann anglo-normannisch, Neorenaissance, Jugendstil, Chalet, maurisch, Art-Deco, flämisch, mittelalterlich, gotisch, orientalisch, barock, …

Bedachungen, Loggien, Portalvorbauten, Bogenfenster, Erker, Türmchen, Balkone, farbige Fassaden, Keramik, …

Das Lieblings-Baumaterial ist Backstein, der freigelegt und dann oft mit einer Tünche oder einem Putz überzogen wird. Bei jüngsten Renovierungen wurden rote und ockerfarbene Backsteine mit dekorativen Schachbrettmustern oder geometrischen Formen entdeckt. Die Dächer sind meist mit Schiefer eingedeckt.

 

Die in England sehr verbreiteten Bogenfenster, eine Art verglaster Balkon, der über die Fassaden hinausragt oder gewölbt ist, bieten bei jedem Wetter einen Panoramablick.

Gießerei- oder Schmiedeverzierungen an den Geländern von hohen Glasfenstern, Balkonen und Balkönchen. Die Motive sind von der Natur inspiriert, wobei Blumen und Spiralen das Blattwerk symbolisieren.

Nur wenige Glasfenster, klein dimensioniert, Mosaike (Hélène & Paulette) und Skulpturen vom Typ Akkolade (La Mouette), Pilaster (ehemaliges Grand-Hôtel des Bains), Giebel (Chalet des Cycles) oder Löwenkopf in Konsole (Les Huit Cylindres).

Ein schützenswertes Kulturerbe

Zimmerleute, Dachdecker, Maurer, Kunstschmiede, Anstreicher, Keramiker wechseln sich das ganze Jahr über ab, um die Villen unter der Aufsicht eines „Architecte des Bâtiments de France“, der für den Schutz des Badeviertels zuständig ist, zu pflegen und zu renovieren. Eine vorherige Anmeldung der Arbeiten muss im Rathaus bei der Dienststelle Städtebau und Denkmalschutz eingereicht werden.

 

Umfang der historischen Denkmäler :
500 Meter um die Villa „RIP“ auf der Esplanade durch Präfekturdekret vom 14.09.2007.
500 Meter um die Gesamtheit der Ladenlokale des 19. Jahrhunderts der Rue Jules Barni durch Präfekturdekret vom 19.03.2013.

 

Die meisten Pavillons der Weltausstellungen sollten hinterher wieder zerstört werden. Einige wurden gerettet, wie z.B. ein Restaurant (1889), das in ein Casino (das vierte) in Mers-les-Bains umgewandelt wurde. In Paris der Eiffelturm von 1889, der Grand und Petit Palais, die Brücke Alexandre III von 1900, der Palais de Chaillot von 1937…

 

Die „Fête des Baigneurs“ (Fest der Badegäste)

Jedes Jahr, am 4. Juli-Wochenende, ist die „Belle Époque“ zurück in Mers-les-Bains.

Die Stadt wird herausgeputzt, die Einwohner von Mers-les-Bains und die „Sommerfrischler“ legen ihre Kleider, Kostüme und Accessoires an. Baden im Meer im Kostüm, Kutschfahrten, Show, Retro-Ball, Umzüge in Verkleidung, Ausstellungen, Spiele, Kostümwettbewerbe usw.